Fuehrung

Das Motto des Gruenders und Praesidenten von CNN Ted Turner lautet:
"Leite, folge oder geh mir aus dem Weg!" Er nimmt sich keiner Zeit fuer unentschlossene oder langsame Menschen. Das Leben veraendert sich sehr schnell und er braucht ausschliesslich Leute, die leiten oder folgen. Wer nur abwartet und sich nicht entscheiden kann, wird von ihm nicht beachtet.
"Wer gross sein will, der soll den anderen dienen, und wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen."
"Ein Untergebener steht niemals hoeher als sein Vorgesetzter, und ein Botschafter untersteht dem, der ihn gesandt hat. Wenn ihr das eingesehen habt, dann handelt danach."
Mut zu dienen bekommt, wer um seine Identitaet weiss. Mut zu dienen findet, wer einen gesunden Selbstwert hat.

"Dienen statt Herrschen!"
Der moderne Mensch muss in der Regel sehr hart arbeiten. Er koennte jedoch die starke berufliche Beanspruchung viel besser bewaeltigen, wenn es ihm gelaenge, seine Arbeit als Dienst zu betrachten - Dienst an seinen Mitmenschen. Dienst an unseren Mitmenschen, weil es eigentlich kaum Muehe macht, die bezahlte Leistung mit einer "Gratiszugabe" wie einem freundlichen Laecheln, einem ermunternden Wort oder irgendeiner persoenlichen Geste "anzureichern".

Ich staunte nicht wenig, als ich davon las, dass die Bayerischen Motoren-Werke (BMW) die Doktorarbeit eines Benediktinermoenchs finanziell und inhaltlich gefoerdert haben, der waehrend seines Studiums ein Betriebspraktikum bei BMW absolviert hatte. Darin wird BMW mit der Benediktinerkongregation verglichen: "Mit der Implementierung [Anwendung] der alten Regel des heiligen Benedikt von Nursia koennen Unternehmen heute eine Menge Geld verdienen."

Und wie lautet diese Regel? "Dienen statt Herrschen! Fuehren heisst Dienen und Vorbild fuer andere sein", verlangt BMW von seinen Fuehrungskraeften. "Bei Moenchen und Managern wird also gleichermassen, zumindest in der Theorie, Fuehrung weniger als Ausuebung von Macht, sondern vielmehr als Dienst an der jeweiligen Institution und deren Menschen definiert."

Arbeit als Dienst - das war schon zu Zeiten der Reformation ein revolutionaerer Gedanke, als zum Beispiel Martin Luther sagte: "Auch wer Schuhe herstellt, dient Menschen (Gott) damit." Dabei denke ich bei "Arbeit" nicht nur an Erwerbstaetigkeit, also bezahlte Arbeit, sondern an jeglichen Einsatz unserer Gaben und Faehigkeiten, der dazu beitraegt, Menschen zu dienen."Arbeit bekommt nicht erst durch Bezahlung einen Wert, sondern hat einen Wert an sich" Daran sollten wir denken, wenn es darum geht, nicht bezahlte Dienste wie Hausarbeit oder ehrenamtliche Taetigkeiten zu bewerten.